Die Energiebranche hat in den letzten Jahren einen bedeutenden Wandel durchlaufen. Technologische Fortschritte, gesetzliche Vorschriften und eine zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Energielösungen haben zu einem boomenden Markt für erneuerbare Energien geführt. Entsprechend groß ist auch der Wettbewerb um Fachkräfte. Herbert Hellmann (auf dem Bild links, neben Benjamin Lohr (HAPEKO)) gründete das Unternehmen RenExpert 2015 - und stand vor einiger Zeit beim Firmenaufbau und der Personalsuche gleich vor mehreren Herausforderungen, wusste aber um das Potenzial der Dienstleistungen, die er mit RenExpert anbietet. Und das hat sich auch beim Recruiting-Prozess ausgezahlt.
Standortwahl, Statik, Bauüberwachung: Rundum-sorglos-Paket für Photovoltaikanlagen
In Zeiten hoher Energiekosten und der Energiewende sind Photovoltaikanlagen in aller Munde. Immer mehr Privathaushalte, aber auch Unternehmen und Kommunen ziehen den Bau von Solaranlagen in Erwägung, um die eigenen Energiekosten langfristig zu senken. Gemeinden zum Beispiel können die Dächer kommunaler Gebäude nutzen, um diese selbst zu versorgen. Und das rechnet sich oft: Kindergärten, Schulen, Verwaltungsgebäude – die Dachflächen bergen ein großes Potenzial, um entsprechende Anlagen zu installieren und Solarstrom zu produzieren. Für die Finanzierung können je nach Landkreis Förderprogramme beantragt werden. Auch der Staat unterstützt, indem er über die KfW-Bank Kredite für Solaranlagen garantiert.
So lohnenswert und zukunftsträchtig die Nutzung bestehender Dachflächen für die Stromerzeugung durch Photovoltaik auch ist, so komplex ist das Vorhaben hinsichtlich der Planung und Umsetzung. Unter anderem müssen geeignete Dächer oder auch Freiflächen gefunden und Dächer statisch geprüft werden. Es muss die Speichergröße festgelegt werden, die Finanzierung muss gesichert sein, mögliche Fördergelder beantragt und Versicherungen abgeschlossen werden. Und für die konkrete Umsetzung müssen anschließend Firmen für die Planung, die Installation und auch Wartung beauftragt und koordiniert werden. Eine komplexe, ressourcen- und zeitaufwändige Arbeit – insbesondere für alle, die nicht vom Fach sind.
Hier unterstützt das Beratungsunternehmen
RenExpert und berät überwiegend Gemeinden und Stadtwerke in ihrer Rolle
als Energieunternehmen und -versorger, aber auch Unternehmen und Privatleute
bei der Entscheidung für eine Photovoltaikanlage sowie
der Umsetzung. Das Unternehmen berät und begleitet bei der Planung, gibt
Entscheidungsgrundlagen und vermittelt bei Bedarf Firmen, die den Einbau
übernehmen. Dabei legt das Unternehmen Wert darauf, seine Kunden unabhängig zu
beraten. Eine Entscheidungsgrundlage zu eruieren und die passende Lösung und
Umsetzung zu finden. Auf Wunsch kann RenExpert als Teil der RenerVest Gruppe
dabei auf ein Netzwerk an Mutter- und Partnerunternehmen zurückgreifen.
Theoretisch wäre somit von der Bauplanung bis zur Umsetzung alles aus einer
Hand möglich – angelehnt an die so genannten Leistungsphasen der Honorarordnung
für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Beratung bei Photovoltaikprojekten: Nische mit Potenzial
„Der Beratungsbedarf ist hier enorm“, verrät RenExpert-Geschäftsführer Hellmann. „Einem Bürgermeister, den Gemeindevertretern oder auch einem Unternehmer fehlt es verständlicherweise an Wissen und Überblick in dieser Thematik. Ein solches Großprojekt zu stemmen, mögliche Flächen zu eruieren und die Steuergelder optimal einzusetzen – das ist im Grunde eine Herkulesaufgabe. Die Überforderung ist oft groß. Und genau hier springen wir ein und begleiten die Projekte.“
Seit dem Inkrafttreten der Solarpflicht Anfang des Jahres 2023, die für Neubauten und Bestandsgebäude gilt, hat sich die Lage vieler Kommunen in Bayern, Baden-Württemberg und mittlerweile auch in anderen Bundesländern noch verschärft. „Mit der politischen Maßgabe nahm die Überforderung unserer Kundenkreise in Gemeinden und Kommunen noch mal zu, denn die Installation von Photovoltaikanlagen war plötzlich Pflicht“, erklärt Hellmann. Und das zeigte sich auch in den Auftragsbüchern. Das Unternehmen RenExpert, das 2015 gegründet wurde, in den ersten Jahren aber eher einer One-Man-Show glich, erhielt immer mehr Anfragen. „Uns war klar, dass wir mit unserer Dienstleistung jetzt unsere Firma aufbauen müssen. Es war der „Wenn nicht jetzt, wann dann?“-Moment, denn unsere Dienstleitung war bis dahin noch eine Art Nischenprodukt in dem Sektor“, betont Hellmann rückblickend.
Personalbeschaffung mit Herausforderungen
Gesagt, getan: Beim Recruiting galt es zunächst, Mitarbeiter für Schlüsselpositionen einzustellen, um das eigene Unternehmen aufzubauen. Wie für viele Unternehmen stellte der Fachkräftemangel hier eine Herausforderung dar. „Die Branche besteht zwar bereits gut 20 Jahre, steckt aber trotzdem noch in den Kinderschuhen. Es gibt daher wenig Personal, das Branchenerfahrung mitbringt“, so der Firmengründer. „Noch dazu gleichen wir eher einem Start-up, das noch im Aufbau steckt. Das macht uns in den Augen vieler Arbeitnehmer unattraktiv.“ Erschwerend zum Status eines Start-ups kamen für die Personalgewinnung noch die ländlichen Strukturen hinzu, in denen das Unternehmen zu dem Zeitpunkt angesiedelt war. „Den ländlichen Standort haben wir genau aus diesem Grund verlassen“, so Hellmann. „Wir haben uns Büroräume in Ulm gesucht, um von dort aus zu agieren, wo auch potenzielle Mitarbeiter sitzen.“
Personalgewinnung: Eine Personalberatung als Sparringpartner
Der Fachkräftemangel, eine noch junge Branche, ein noch jüngeres Start-up und die fehlende Bekanntheit als Employer: Aufgrund all dieser Herausforderungen bei der Personalbeschaffung entschied sich Hellmann für die Unterstützung durch eine Personalberatung. „Die Rolle des Recruiters hat sich aus meiner Sicht verändert. Früher habe ich eine Personalberatung eher als Headhunter im Bereich Executive Search gesehen. Heute stellt ein Personalberater für mich tatsächlich einen Sparringpartner dar. Jemand, der mir hilft, passende Kandidaten zu finden, die eine Veränderung suchen“, beschreibt Hellmann seinen Eindruck. Und so kam der Kontakt zum HAPEKO-Team zustande. Benjamin Lohr, Principal bei HAPEKO in Ulm, war die Empfehlung eines Schwesterunternehmens, dem die Personalgewinnung dank Lohrs Unterstützung bereits erfolgreich gelungen war. „Und zwischen uns hat die Chemie gleich auf Anhieb gestimmt“, erinnert sich Hellmann. „Was ich an Herrn Lohr schätze, ist neben seiner Expertise in der Beratung auch seine Ehrlichkeit. Er kennt den Markt der Arbeitnehmer und hat zum Beispiel bei der Position eines zeichnungsberechtigten Architekten gleich seine Bedenken geäußert. Das hat sich später im Hinblick auf das Gehalt, das wir zahlen können, auch als nicht realisierbar herausgestellt.“
Mit Blick auf die Personalbeschaffung und
die zu besetzenden Positionen galt es zunächst, ein Kern-Team einzustellen, um
das Unternehmen und die Strukturen aufzubauen. Erst wenn diese Strukturen
gefestigt wären, sollte RenExpert weiter ausgebaut werden. „Die Schlüsselrolle
stellte für mich hier der Vertrieb dar. Ich brauchte jemanden, der für das
Thema brennt und uns entsprechend nach außen vertritt“, erinnert sich Hellmann.
Mit dieser Herausforderung startete das HAPEKO-Team die Suche nach passenden
Kandidaten für das junge Unternehmen aus der Energiewirtschaft.

Erfolge des Recruiting-Prozesses: die Schlüsselrollen
Dieses Vorgehen beim Recruiting hat sich als richtig erwiesen. „Bereits bei der Suche nach dem geeigneten Kandidaten für unseren Vertrieb ist Herrn Lohr eine Punktlandung gelungen“, erinnert sich Hellmann. „Wir haben nun einen Kollegen, der für den Ausbau erneuerbarer Energien und das Thema Energiewende brennt und der mit enorm viel Elan und Begeisterungsfähigkeit auf die Gemeinden zugeht.“ Die Schlüsselrolle war relativ schnell besetzt. Es folgten weitere offene Stellen: Gesucht und gefunden wurden drei Kollegen im Bereich Elektrotechnik und die Assistentin der Geschäftsführung.
In der Assistenz-Position sollten alle Fäden in einer Hand liegen. Hier war die klare Anforderung, dass die ideale Person Erfahrung mitbringt. Jemand, der maßgeblich daran beteiligt ist, die Strukturen der Firma mit aufzubauen, aber auch im Umgang mit den Kunden routiniert ist. Auch hier ist Benjamin Lohr ein Glücksgriff bei der Kandidatenauswahl gelungen. „Mir war bewusst, dass ich hier für eine Firma, die sich mitten im Aufbau befindet, jemanden finden muss, der weitestgehend selbstständig und ohne Anweisungen der Führungskraft arbeitet. Wichtig war auch, dass diese Person über eine ausgeprägte Kundenorientierung verfügt und auch Aufgaben übernimmt, die deutlich über eine klassische Assistenzrolle hinausgehen.“ Genau diese Kandidatin ist heute die rechte Hand von Herbert Hellmann, übernimmt aber auch Projektleitungs-Aufgaben und sorgt vor allen Dingen für jede Menge Struktur in den Arbeitsabläufen.
Hinweis: In diesem Text wird die männliche Form für personenbezogene Hauptwörter benutzt (z.B. „Mitarbeiter“). Dies dient allein dem Lesefluss, es sind alle Geschlechter gemeint.
Fotos: Jascha Pansch